Vor wenigen Jahren waren HHC und THCP in vielen Ländern Europas legal erhältlich. Heute sind sie fast überall reguliert. Der Überblick im Netz ist trotzdem unübersichtlich: Die meisten Länderlisten stammen von Shops, nennen kein Datum oder widersprechen sich. Dieser Artikel ordnet ein, was belegt ist und was nicht. Er ist keine Rechtsberatung und kein Aufruf zum Konsum.
Der internationale Rahmen
Im März 2025 hat die UN-Suchtstoffkommission (CND) auf ihrer 68. Sitzung beschlossen, Hexahydrocannabinol (HHC) in Anlage II des Übereinkommens über psychotrope Stoffe von 1971 aufzunehmen. Die WHO beschreibt HHC als halbsynthetisches Cannabinoid und nennt als Begründung, es gebe ausreichende Belege für ein Problem der öffentlichen Gesundheit. Als Datum des Inkrafttretens nennen Sekundärquellen den 6. Dezember 2025. Die WHO-Mitteilung selbst enthält dieses Datum nicht.
Wichtig: Das Abkommen verpflichtet die Vertragsstaaten, aber die Umsetzung ist nationales Recht. Ein EU-weites Verbot von THCP gibt es nicht, auch wenn manche Seiten das behaupten.
Die Länder im Einzelnen
Die folgenden Angaben stammen, wo nicht anders vermerkt, aus Sekundärquellen. Genaue Stoffe und Strafbarkeit müssen im jeweiligen Gesetzestext geprüft werden.
- Deutschland: Die Fünfte Verordnung zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) wurde am 26. Juni 2024 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat am 27. Juni 2024 in Kraft. Sie verbietet laut Berichten Herstellung, Handel, Erwerb sowie Ein-, Aus- und Durchfuhr von HHC und Derivaten. Ob auch der bloße Besitz strafbar ist, wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt. Am 2. Dezember 2025 wurde das NpSG laut Berichten erneut erweitert, unter anderem um Derivate wie 10-OH-HHC.
- Niederlande: Laut Staatsblad 2026, 11 steht HHC seit dem 28. Januar 2026 auf Liste I des Opiumgesetzes. Das ist der Beschluss vom 19. Januar 2026. Mehrere Händlerseiten behaupten, auch HHCP und THCP seien erfasst. In den Auszügen, die ich prüfen konnte, steht nur HHC. Ältere Seiten (Mitte 2025) beschreiben HHC in den Niederlanden noch als legal.
- Frankreich: HHC gilt laut Sekundärquellen seit dem 12. Juni 2023 als Betäubungsmittel. Mehr dazu in unserem Bericht zum französischen HHC-Verbot.
- Italien: Seit dem 28. Juli 2023 verboten (Dekret des Gesundheitsministeriums vom 13. Juli 2023, HHC, HHC-Acetat und HHC-P).
- Spanien: Seit dem 23. April 2025 verboten, laut Ministerialverordnung SND/380/2025. Sie soll auch HHCP, THCP, THC-O und H4-CBD umfassen.
- Österreich, Polen, Slowakei: Verbote seit März 2023 (Österreich), April 2023 (Polen) und 1. November 2024 (Slowakei). Diese Daten stammen aus einer einzigen Übersicht.
- Tschechien: HHC und Derivate stehen auf den nationalen Listen. Das Datum nennen die Quellen unterschiedlich.
- Vereinigtes Königreich: Faktisch verboten über den Psychoactive Substances Act 2016. Im Mai 2025 empfahl der Beratungsrat ACMD eine formale Listung.
Wo die Quellen sich widersprechen
- Ältere Übersichten führen Spanien, Irland oder Griechenland noch als Länder ohne Verbot. Neuere Seiten sehen das anders.
- Bei Tschechien, Irland, Malta, Bulgarien und Rumänien fehlt in den meisten Quellen die Rechtsgrundlage.
- Fast alle Länderlisten stammen von Händlern, die ein Interesse an einem bestimmten Bild haben.



