Seit der Teillegalisierung 2024 ist Cannabis-Eigenanbau in Deutschland legal – und tausende Hobby-Grower machen sich seitdem an ihre ersten Pflanzen. Doch was muss man wissen, bevor man anfängt? Dieser Guide erklärt alles: von der Rechtslage über das richtige Equipment bis zur ersten Ernte.
Was ist legal? Die Regeln im Überblick
Das Cannabisgesetz (CanG) erlaubt Erwachsenen ab 18 Jahren den privaten Anbau von bis zu 3 Pflanzen gleichzeitig. Die geerntete Menge darf ausschließlich für den Eigenbedarf genutzt werden – Weitergabe und Verkauf bleiben verboten. Samen darf man in unbegrenzter Menge kaufen und besitzen. Wichtig: Der Anbau darf nicht öffentlich sichtbar sein, und der Zugang für Minderjährige muss jederzeit ausgeschlossen werden.
Indoor oder Outdoor – was ist besser für Einsteiger?
Die erste große Entscheidung beim Eigenanbau: drinnen oder draußen? Outdoor-Anbau ist kostengünstiger und natürlicher – die Sonne liefert das Licht kostenlos. Allerdings ist man an die Jahreszeiten gebunden und hat weniger Kontrolle über Klima und Schädlinge. Indoor-Anbau bietet volle Kontrolle über Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das Ergebnis ist oft hochwertiger, aber die Startkosten sind höher.
Das richtige Equipment für den Start
Wer indoor anbaut, benötigt ein Grow-Zelt (80×80 cm reicht für Anfänger), eine gute Beleuchtung, einen Lüfter und einen Abluftfilter. Moderne LED-Lampen sind energieeffizient und erzeugen wenig Wärme – ideal für den Heimgebrauch. Ein All-in-One-Starter-Kit enthält alle nötigen Komponenten und erleichtert den Einstieg erheblich.
Die Wahl der richtigen Sorte
Für Einsteiger empfehlen sich robuste, einfach anzubauende Sorten. Autoflowering-Sorten blühen unabhängig von der Lichtperiode und sind ideal für den unkomplizierten Einstieg. Sie wachsen schneller (8–10 Wochen) und bleiben kompakt. Feminisierte Samen garantieren weibliche Pflanzen, die die begehrten Blüten produzieren.
Erde, Dünger und Wasser – die Grundlagen
Eine hochwertige Cannabis-Erde mit dem richtigen pH-Wert (6,0–7,0) ist die Basis jeder erfolgreichen Ernte. In der Wachstumsphase brauchen Pflanzen stickstoffreichen Dünger, in der Blütephase phosphor- und kaliumbetonten. Zu viel Dünger schadet mehr als zu wenig – weniger ist oft mehr. Das Gießen sollte gleichmäßig erfolgen: Die Erde darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
Von der Keimung bis zur Ernte
Die Reise beginnt mit der Keimung: Samen in feuchtes Papier legen oder direkt in kleine Töpfe setzen. Nach 1–3 Tagen zeigt sich das Keimwurzelchen. Die Pflanze durchläuft dann die Vegetations- und die Blütephase. Autoflowering-Sorten sind nach 70–90 Tagen erntereif – erkennbar an den milchig-trüben Trichomen, die sich langsam orange-braun verfärben.
Trocknen und Curing – der entscheidende letzte Schritt
Nach der Ernte werden die Buds 7–14 Tage bei 15–20°C und 50–60 % Luftfeuchtigkeit getrocknet. Dann folgt das Curing: Buds in luftdicht verschlossene Gläser legen und täglich kurz öffnen ("Burping"). Nach 2–4 Wochen Curing entfaltet das Endprodukt sein volles Aroma und eine gleichmäßige Wirkung.
Fazit: Eigenanbau lohnt sich
Cannabis-Eigenanbau ist in Deutschland 2026 nicht nur legal, sondern auch eine echte Alternative: frisches, selbst angebautes Cannabis – ohne Schwarzmarkt, ohne unbekannte Zusätze, zum Selbstkostenpreis. Der Einstieg erfordert etwas Investition und Geduld, aber die Erfolgserlebnisse machen die Mühe mehr als wett.



