Viele Online-Shops behaupten, dass sie THC-haltige Produkte legal nach Deutschland liefern. Wir haben uns einen der größten Anbieter, Canapuff, genauer angesehen und geprüft, ob die Versprechen stimmen oder ob hinter der "High"-Werbung lediglich die gesetzliche THC-Grenze steckt. Der Shop bietet zahlreiche "High"-Produkte wie THC-Gummibärchen und Brownies an und liefert laut eigenen Angaben innerhalb von zwei Werktagen nach Deutschland.
Was Canapuff heute verkauft
Wer den Shop zum ersten Mal seit einem Jahr wieder öffnet, erkennt ihn kaum wieder. Die THC-Gummibärchen sind noch da, aber das Herz des Sortiments schlägt inzwischen woanders. Canapuff wirbt mit mehr als 650 Produkten und über einer Million Kunden, und ein wachsender Teil davon trägt Kürzel, die vor zwei Jahren noch niemand kannte: THP420, 9H-HHC, HHC-A, T8HC. Die Logik dahinter ist einfach. Jedes Mal, wenn ein Stoff verboten wird, rückt der nächste nach. Als 10-OH-HHC im November 2025 unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz fiel, war die Nachfolge längst im Regal.
Nebenbei: Früher wurde Canapuff meist in Tschechien verortet. Laut aktuellem Impressum sitzt der Betreiber, die Crowns and Coins S.L., inzwischen in Barcelona, die Kundenhotline hat weiterhin eine tschechische Nummer.
Produkte mit angeblich starkem Effekt
Bei den THC-Gummibärchen wird die Wirkung offen angepriesen: Jedes Gummibärchen wiegt 5 g und enthält 10 mg THC. Der Anbieter betont, dass diese Süßigkeiten "ein starkes und gleichzeitig köstliches Erlebnis" bieten und schon zwei bis drei Stück für einen intensiven Rausch ausreichen. Gleichzeitig wird die Einhaltung der EU-Norm hervorgehoben. Rechnerisch geht das auf: 10 mg THC in einem 5-Gramm-Gummi entsprechen 0,2 Prozent. Ein Rausch entsteht also nicht, weil die Grenze überschritten wäre, sondern weil man mehrere Stück isst.
Rechtslage: 0,3 Prozent, Novel Food und NpSG
Im Mittelpunkt stand lange die 0,2-Prozent-Grenze. Die ist überholt. Seit dem Cannabisgesetz gilt für Nutzhanf in Deutschland ein Grenzwert von 0,3 Prozent THC, passend zur EU-Agrarregel. Canapuff selbst nennt auf seiner Seite weiterhin 0,2 Prozent, liegt also sogar darunter. Das eigentliche Rechtsproblem liegt aber woanders. Bei Edibles greift das Lebensmittelrecht, und Hanfextrakte ohne Novel-Food-Zulassung dürfen nicht als Lebensmittel verkauft werden. Bei den neuen halbsynthetischen Stoffen wiederum entscheidet das NpSG, und das kann sich mit jeder Verordnung ändern.
Was berichten Kund:innen?
Die Bewertungen schwanken stark. Auf Trustpilot loben viele Nutzer die schnelle Lieferung sowie die entspannende Wirkung der Cookies und Brownies. Andere Rezensionen warnen vor enttäuschenden Produkten: Ein Kunde schreibt, die Waren schmeckten "heftig nach Chemie" und hätten keine Wirkung gehabt. Diese gegensätzlichen Berichte zeigen, dass Qualität und Wirkung stark variieren können.
Fazit: Legales High oder Marketingtrick?
Canapuff betont die Einhaltung der EU-Normen, wirbt offen mit der Lieferung nach Deutschland und mit stark wirkenden Edibles. Rechtlich bewegen sich diese Produkte trotzdem in einer Grauzone: Edibles scheitern am Lebensmittelrecht, und die neuen Cannabinoide sind nur so lange legal, bis das nächste Verbot kommt. Wer auf natürliches Cannabis setzen will, findet auf Highcovery Cannabis Social Clubs und Shops in seiner Nähe.



